American Dreamz
Das MusicStar-Fieber hierzulande ist abgeklungen, aber ein Ende der Casting-Shows ist noch nicht in Sicht. Der Traum, ein Star zu werden, ist wohl der amerikanischste aller amerikanischen Träume. Und er wird vom blonden Britney Spears-Imitat genauso geträumt wie vom tuntigen Sohn arabischer Einwanderer.
Die Show «American Dreamz» erreicht mit ihren kuriosen Teilnehmern Rekordquoten. Kein Wunder, dass der Präsident selbst auftreten will, als Juror im Finale. Damit soll er sein Imageproblem bekämpfen, das er hat, seitdem er sich zurückzog, um Zeitung zu lesen und über die Welt nachzudenken. Dennis Quaid liefert keine platte Bush-Parodie, sondern spielt einen liebenswert überforderten Präsidenten. Sein Bestes gibt auch Hugh Grant, dessen Grinsen als aalglatter Showmaster für einmal recht boshaft ist. Als intriganter Präsidentenberater brilliert – kaum zu erkennen – Willem Dafoe. Überhaupt wird die Satire auf das amerikanische Showbiz von den Schauspielern am Laufen gehalten.
Wer sich gut unterhalten lassen will, kommt hier auf seine Kosten. Zuweilen jedoch ist der Film für eine Satire etwas brav geraten. Die Figuren sind irgendwie zu nett gezeichnet, so dass es ihnen trotz träfer Dialoge an Biss fehlt. Am trockenen Ende allerdings gibt es noch einige gewagte Wendungen von so manchem Traum.
Christine Stark, Filmbeauftragte Reformierte Medien
christine.stark@ref.ch
«American Dreamz», USA 2006, Regie: Paul Weitz, Darsteller: Hugh Grant, Dennis Quaid, Mandy Moore, Willem Dafoe, United International Pictures (Schweiz) GmbH Zürich, Internet: http://www.uip.com, Filmwebsite: http://www.americandreamzmovie.com
Kinostart: 15. Juni 2006
