37°. Dann wäre ich ein gemachter Mann
Über Samirs erste Jahre in Deutschland hat Autorin Ulrike Schenk im «37°»-Film «Ohne Eltern im fremden Land» berichtet. Die Dreharbeiten zu einem zweiten Film beginnen mit einem Termin bei Rechtsanwalt Eberhard Kunz, der seinen Mandanten mit einem Schreiben vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge konfrontiert. Gerade wurde Samirs Asylantrag mit der Begründung abgelehnt, dass Afghanistan ein sicheres Land sei. Zum Zeitpunkt der Ablehnung lebt der junge Afghane, der 2014 vor den Taliban flieht, schon seit drei Jahren in Deutschland und hat hier einiges erreicht: Realschulabschluss geschafft, qualifizierte Lehre begonnen und WG-Zimmer gefunden. Rechtsanwalt Kunz reicht eine Klage beim Verwaltungsgericht ein. Auch Samirs Personalchef Ulrich Koch kündigt an, dass er sich «auf die Hinterbeine stellen werde», sollte sein Lehrling ausgewiesen werden. Auf einen Termin für seine Gerichtsverhandlung wartet er inzwischen seit mehr als zwei Jahren. Die Verwaltungsgerichte sind aufgrund der vielen Klagen gegen abgelehnte Asylbescheide überlastet …
