CH:Filmszene. Arme Seelen

Der Film entführt in eine traumartige Wirklichkeit, das rätselhafte Land der armen Seelen. Die Spannung zwischen vorchristlichen Traditionen und strengem Katholizismus wird augenfällig, wenn im Stift Beromünster aufmüpfige arme Seelen mit einer Messe besänftigt werden, sich der Priester aber ausdrücklich von der Rolle des Dämonenaustreibers distanziert. Aber auch er kann von Begegnungen mit armen Seelen berichten. Eine Entlebucher Bäuerin erzählt, dass sie jeweils «e gruusigi Angscht» gehabt habe. Beim Chappeli habe sie ein geisterhaftes Wesen gesehen. Vielleicht ist es wahr, dass der Mensch nach seinem Tod weiterlebt und über sein Erdenleben Rechenschaft ablegen muss, dass ein Sünder für seine nicht bereuten Untaten zu büssen hat. Vielleicht ist es Einbildung, Aberglaube. Wie auch immer: Der Glaube an ein Leben nach dem Tod, magisches Denken und der tägliche Umgang mit der Geisterwelt gehörte über Jahrhunderte zur kulturellen Identität der Schweiz

Filmtipp Januar 2011: