Katholische Welt. Andacht in der Grossstadt
Andacht ist ein Wort, das merkwürdig aus der Zeit gefallen scheint mit dieser christlichen Begleitnote im Abgang. Etwas uncool vielleicht. Gleichzeitig aber ist es auch anziehend, als beinhalte es eine Kraft, dem rasenden Zeitgeist einmal Halt zu gebieten. Der Begriff «Andacht» ruht in einem grösseren Wortfeld, das es umzugraben lohnt: Aufmerksamkeit, Hingabe, an etwas denken, versinken, Ehrfurcht, Verrichtung, innere Sammlung. Das klingt gut, aber ist das heutzutage möglich? Wo es doch heisst, unsere Gegenwart sei geprägt, vom Flirren unserer mehrfach selbstoptimierten multiplen Persönlichkeit, die sich gar nicht in sich versenken kann, weil sie nicht wüsste in welcher Person sie wieder auftauchen würde? Vor einigen Jahren entwarf Horst Konietzny ein Kunstprojekt, das Facetten der ANDACHT in unterschiedlichen Räumen der Stadt lokalisierte. Es entstand ein Buch in welchem 50 Autorinnen und Autoren ihren persönlichen Blick auf urbane Orte beschrieben, die für sie ANDACHT ermöglichen
