Theo.Logik. Erinnerungskultur – Brauchen wir Orte für Erinnerungen?

Am 9. Mai vor 100 Jahren wurde Sophie Scholl geboren. Mit der studentischen Gruppe «Die Weisse Rose» war sie eine der bekanntesten Personen des Widerstands gegen die Nationalsozialisten. An sie erinnert unter anderem eine Gedenkstätte im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität. Nun soll ein weiterer Erinnerungsort hinzukommen: in der Nähe des Ostbahnhofs, gestaltet aus Überresten eines alten Eisenzauns. Der Grund: eines der wenigen Fotos der Mitglieder der «Weissen Rose» zeigt sie vor diesem Zaun. Doch braucht es solche und andere Erinnerungsorte überhaupt? Eine Frage, die die Literatin Yasmina Reza kürzlich aufgeworfen hat. Sie ist der Ansicht: Erinnerungsorte stehen der Erinnerung eigentlich im Weg. Theo.Logik befasst sich mit dem Für und Wider von Erinnerungsorten, und spricht darüber auch mit Mehmet Çelik, der bewusst für Muslime eine Fahrt auf das Gelände des einzigen Vernichtungslagers Auschwitz organisiert hatte