Geschehen, neu gesehen. «Wahre Geschichte»

Trotz der Fehler des grossen Vorsitzenden ist für die meisten Menschen im Westen Mao Tsetung nach wie vor gleichbedeutend mit China und umgekehrt. Doch auch wenn der «Grosse Steuermann» ein neues Zeitalter im Reich der Mitte einläutete, das er von Elend, archaischen Strukturen und der Unterwerfung unter die westliche Welt befreite – den Übergang des Landes von Stillstand und Abschottung zur Weltmacht kann er sich nicht auf die Fahnen schreiben. Bei seinem Tod hinterliess Mao Tsetung eine erschöpfte Bevölkerung und ein wirtschaftlich verwüstetes, vom Rest der Welt isoliertes Land. Erst danach begann China, sich in das weltpolitische Schwergewicht zu verwandeln, als das es heute bekannt ist. Verantwortlich dafür zeichnete Tsetungs Nachfolger Deng Xiaoping. Nach dem Tod seines Mentors zögerte der neue Machthaber nicht lange, eigene Wege zu gehen und mit dem Maoismus zu brechen. Damit leitete er ein dreissigjähriges Wirtschaftswachstum ein, wie es bislang kein anderes Land der Welt erlebt hat