Bewegungen eines nahen Bergs
Auf einem Industriegelände unweit einer alten Erzmine in den steirischen Alpen betreibt der Nigerianer Cliff einen Handel mit Gebrauchtwagen zwischen Österreich und seinem Heimatland. Allein und mit wundersamer Gelassenheit verrichtet Cliff sein Tagwerk. Dabei verbinden sich auf mysteriöse Weise Vergangenheit und Gegenwart. Denn in der alten Erzmine versprach der Legende nach ein Wassermann den Menschen Erz für die Ewigkeit für seine Freilassung. Cliffs lokale Kunden sind vor allem Osteuropäer, die günstig alte Autos repariert bekommen wollen oder gebrauchte Wagen kaufen. Mit ihnen muss er hart verhandeln. Doch sein eigentlicher Markt ist der Ersatzteilehandel mit Nigeria. Mit seinem Geschäft betreibt Cliff Wirtschaftsaustausch auf Mikroökonomiebasis, denn wie in afrikanischen Ländern üblich, wird auch in Nigeria technisches Gerät – und besonders ein Auto – nicht einfach weggeworfen, sondern so lange wie möglich repariert. Sebastian Brameshuber entwirft in seinem Dokumentarfilm (FR/AT 2019) ein stimmiges Bild des Dilemmas des Anthropozäns mit der Deterritorialisierung und der Endlichkeit der Ressourcen
