Die Schule der letzten Chance

Das Institut St Martin liegt in einem Vorort von Lüttich. Als der internationale Stahlkonzern ArcelorMittal den Hochofen neben der Schule sprengen liess, endeten in dem Viertel 200 Jahre des Wohlstands. Vanessa, Jérémy, Enrique, Zeliha und Moriba gehören zu den 400 Schülerinnen und Schülern der einst angesehenen Schule, die heute für viele die letzte Chance bedeutet, etwas aus ihrem Leben zu machen. Fast alle von ihnen sind Kinder von Einwanderern aus 17 verschiedenen Nationen, die sich einst in diesem Stahlarbeitervorort niedergelassen haben, in dem die Hochöfen bis vor fünf Jahren für Wohlstand sorgten. Auf die Italiener, Marokkaner und Türken der 50er Jahre folgten Immigranten aus afrikanischen Ländern wie dem Kongo, Guinea, Kamerun, Äthiopien und Eritrea sowie, seit kurzem, Gastarbeiter aus Rumänien und Albanien. Die Jugendlichen sind Teil einer Institution, deren Leiter, Lehrer und Erzieher gegen Misserfolge, Schulschwänzer, Belästigungen, Aggressionen und Schulausschlüsse kämpfen