Fair Play

Prag 1983: Die 18-jährige Sprinterin Anna (Judit Bárdos) schafft die Aufnahme in ein exklusives Sportförderprogramm. Sie darf im Trainingszentrum «Roter Stern» trainieren, obwohl das «Kaderprofil» ihrer Familie negativ ist: Ihr Vater lebt im Westen, ihre Mutter Irena ((Anna Geislerová), eine ehemalige Top-Tennisspielerin, fiel daraufhin in Ungnade. Sie darf nur noch als Putzfrau arbeiten. Annas Freude erlischt jäh, als sie herausfindet, dass sie gedopt wird. Sie widersetzt sich dem Doping, aber ihre Mutter verabreicht ihr das Mittel heimlich weiter, damit Anna an den Olympischen Spielen in Los Angeles teilnehmen kann – als Fluchtmöglichkeit in den Westen. Zutiefst enttäuscht, begehrt Anna auf: gegen den Trainer, die Staatssicherheit und ihre Mutter. Mit «Fair Play» (DE/CZ/SK 2014) ist der Prager Filmemacherin Andrea Sedlácková ein einfühlsam inszeniertes Drama gelungen, das Doping im Sozialismus zum ersten Mal zum grossen Filmthema macht.