Sternstunde Religion. 1979 – Zeitenwende in der islamischen Welt

Am 20. November 1979 dringen 500 fanatische, militante Beduinen in die Grosse Moschee von Mekka ein, töten Sicherheitskräfte und bringen Pilger und Geistliche mit Waffengewalt unter ihre Kontrolle. Ihre Forderung: das Ende der Herrschaft der saudischen Königsfamilie, deren feudalistischen, korrupten Lebensstil sie verachten, sowie die Abwendung vom Westen und die Rückkehr zu einem strengen, puristischen Islam. Kaum einen Monat später marschiert die sowjetische Armee in der afghanischen Hauptstadt Kabul ein. Seither kommt das Land nicht mehr zur Ruhe. Anfangs desselben Jahres hatte Ayatollah Khomeini unter Beifall grosser Teile der Bevölkerung den Shah von Persien vom Thron gestossen und eine islamische Republik schiitischer Prägung geschaffen. Gleich mehrere Ereignisse erschüttern im Jahr 1979 die islamische Welt. Wie hängen diese Ereignisse zusammen und welche Konsequenzen haben sie für die Welt? Politik -und Islamwissenschaftlerin Eliane Ettmüller und Filmemacher Dirk van den Berg im Gespräch mit Amira Hafner-Al Jabaji