Katholische Welt. Chiara Lubich
Die Italienerin Chiara Lubich wurde 1920 in Trient geboren. Als sie 2008 in Rocca di Papa bei Rom starb, hatte sie eine der grössten katholischen Bewegungen der Neuzeit ins Leben gerufen: die Fokolar-Bewegung. Heute hat die ökumenisch und interreligiös aufgeschlossene Gemeinschaft rund 140’000 Mitglieder und zwei Millionen Freunde in 182 Ländern. Die Botschaft, die Chiara während des Zweiten Weltkriegs formulierte, ist einfach: Gott steht für eine alles umspannende Liebe; sie gilt es im Leben konsequent zu verwirklichen. Obgleich der Ansatz radikal am Evangelium orientiert ist, musste sich die junge Frau in einer von Männern dominierten Kirche gegen viele Widerstände durchsetzen. Erst während des 2. Vatikanischen Konzils erhielt die Fokolar-Bewegung, die auch in Deutschland und sogar in der ehemaligen DDR präsent war, vom Vatikan die volle Anerkennung. In ihrem Statut, das unter Papst Johannes Paul II. entstand, konnte Chiara Lubich mit päpstlichem Segen festlegen, dass die Bewegung für alle Zeit von einer Frau als Präsidentin geleitet wird
