Pures Silber. Oder wie China zur Weltmacht wurde (2/3)
Im ausgehenden 18. Jahrhundert herrschten unter der Qing-Dynastie Frieden und Wohlstand in China. Porzellan und Seide aus dem Reich der Mitte waren in der ganzen Welt begehrt und wurden mit dem einzigen Gegenwert bezahlt, an dem China interessiert war: Silber. Auch Tee, dessen Herstellung nur die Chinesen beherrschten, wurde bald zu einem wichtigen Exportgut. 1792 entsandte die britische Regierung gemeinsam mit der Ostindien-Kompanie eine Handelsmission nach China, die den chinesischen Kaiser dazu bewegen sollte, als Bezahlung für Tee britische Waren zu akzeptieren. Ohne Erfolg: Der Kaiser ging nicht auf die britischen Forderungen ein. Auch zu Beginn des 19. Jahrhunderts diktierte China noch die Konditionen für den Handel. Doch mit den USA trat bald ein neuer Akteur im Welthandel auf den Plan. Die Amerikaner wollten Tee und waren bereit, in Silber zu bezahlen. Ab den 1830er Jahren wurde Amerika zu einem der grössten Handelspartner Chinas – die daraus entstehende Wertschöpfung veränderte die amerikanische Wirtschaft nachhaltig
