DOK. Sexuelle Aufklärung einst und heute
Noch nie hatten Menschen jeden Alters so leicht Zugang zu sexuellen Inhalten. Man könnte meinen, heute wüssten alle alles über Sex. Aber weit gefehlt. «Aufklärung ist peinlich», sagen jungen Menschen. Das war in den 70er-Jahren so und so ist es noch heute. Was unter der Bettdecke passierte, war bis in die 60er-Jahre Privatsache. Verschämt und selbst oft nur mit Halbwissen ausgestattet, sollten Eltern ihren Kindern das grosse Geheimnis der Fortpflanzung und bestenfalls der sexuellen Lust näherbringen. Dabei fehlte ihnen oft das Vokabular. Es gab schlicht keine Sprache dafür. Mit der sexuellen Revolution 1968 brach dieses Tabu. Daran beteiligt waren unter anderem Aufklärer wie Oswald Kolle und Dr. Ruth Westheimer. Sie stiessen einerseits auf heftige Kritik, andererseits waren sie Wegbereiter für eine Gesundheitsprävention, die heute im Lehrplan der Volksschule verankert ist. Aber trotz über 50 Jahren Aufklärung und Beratung: Sexualpädagogik ist bis heute ein emotional aufgeladenes Thema
