Verschleppt. Das Schicksal der zivilen deutschen Zwangsarbeiter

Ihr Leiden begann mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: Mindestens 450’000 deutsche Zivilisten wurden ab 1945 zur Zwangsarbeit in die UdSSR verschleppt. Weitere, mutmasslich Hunderttausende waren in Arbeitslagern in der Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien, Polen und anderen Staaten inhaftiert. Genaue Zahlen liegen bis heute nicht vor. Adam Zirk erlebt das Ende des Krieges im sowjetischen Zwangsarbeiterlager, freigelassen wird er jedoch erst 1951. «Du hast meine sechs Söhne getötet», wirft man der gerade mal zehnjährigen Helga Mühlhaus vor, die zu dieser Zeit, getrennt von ihrer Mutter und ihren Schwestern, Zwangsarbeit auf einem polnischen Hof leisten muss. Beide gehören zu jenen Betroffenen, die als Teil der deutschen Minderheit zum Teil schon seit vielen Generationen in einem der östlichen Siedlungsgebiete lebten. Nach Kriegsende werden sie verhaftet und verschleppt, sollen arbeiten und wieder aufbauen, was in deutschem Namen im Krieg zerstört worden war, «um ihre Schuld abzubezahlen»