Schätze der Welt – Erbe der Menschheit. Assisi – Die Landschaft des Heiligen
Assisi in Umbrien, die Heimat des Heiligen Franziskus, ist eine jener uralten italienischen Städte, die schon ihres Alters wegen einen besonderen Zauber ausüben. Viele Jahrhunderte haben dort ihre Spuren hinterlassen, und wer einen Abend auf der Piazza verbringt, meint zu spüren, wie Vergangenheit und Gegenwart einander durchdringen. Man staunt über den Italienreisenden Goethe, der ausschliesslich den Minervatempel bewunderte. Heutige Reisende hingegen kommen nicht des römischen Tempels, sondern der Stätten des Heiligen Franziskus (1182–1226) wegen, der in Assisi geboren wurde und dort zu Beginn des 13. Jahrhunderts seinen «Orden der minderen Brüder» gründete. Die Basilika San Francesco, in deren Krypta die Gebeine Franz von Assisis liegen, zieht allerdings nicht nur Pilger, sondern auch Kunsthistoriker an. Denn nirgendwo sonst liegen Gotik und Renaissance näher beieinander: Die Fresken, mit denen die Kirche völlig ausgestaltet ist, stammen teils noch von dem Alten Meister Cimabue (circa 1240–1302), teils bereits von seinem Schüler Giotto (1267–1337) und dessen Zeitgenossen
