Effi Briest oder die Elastizität des Herzens
Längst ist «Effi Briest» Teil unseres kulturellen Erbes geworden. Wie ist Fontanes eigene Haltung zu ihr, warum beschäftigte sie ihn so? Kann man den Dichter mit der Liebe zu den ausdifferenzierten Frauenfiguren vielleicht sogar als einen frühen Wegbereiter weiblicher Emanzipationsbemühungen verstehen? Die erste «Effi Briest»-Verfilmung fiel in die Zeit des Nationalsozialismus: Gustav Gründgens inszenierte den Stoff 1939 in seinem Privatschloss in Zeesen mit seiner Frau Marianne Hoppe in der Hauptrolle. Die nächste «Leinwand-Effi» ist eine der Wirtschaftswunderzeit. Regisseur Rudolf Jugert setzt 1955 die junge Ruth Leuwerik in «Rosen im Herbst» in Szene. Ende der 1960er-Jahre widmeten sich in der DDR die DEFA-Studios dem Stoff, in der Hauptrolle Angelika Domröse. 1974 spielte Hanna Schygulla Effi, Regie führte Rainer Werner Fassbinder. Schliesslich die jüngste Verfilmung: Hermine Huntgeburth inszeniert Effi Briest auf Schloss Marquardt bei Potsdam. Die Effi von 2009, dargestellt von Julia Jentsch, erlebt auf der Leinwand sowohl Vergewaltigung als auch sexuelle Erfüllung
