betrifft. Betreuer – Wer hilft, wenn nichts mehr geht?

Bernd Seifriz-Geiger kümmert sich um kranke und alte Menschen, die ihren Alltag allein nicht bewältigen können. Sein Auftraggeber ist das Amtsgericht. «Wenn ich das erste Mal zu den Hilfsbedürftigen nach Hause komme, dann sind viele verängstigt. Manche würden mich am liebsten gar nicht in ihre Wohnung lassen», sagt der studierte Sozialarbeiter und Betriebswirt. Der 53-Jährige hat Verständnis für solche Reaktionen. Denn per Gerichtsbeschluss managt er quasi von heute auf morgen das gesamte Leben dieser Menschen. Er hat Zugriff auf ihre Konten, bespricht sich mit Ärzten und er kann darüber bestimmen, wo sie leben. Einer seiner Schützlinge ist der 72-jährige Thomas Schild, ein ehemaliger Pfarrer. Über Jahre blieb seine Post ungeöffnet und seine Rechnungen unbeglichen – er hatte eine Depression. Nachdem Schild eine schwere Operation über sich ergehen lassen musste, verwahrloste seine Wohnung. Für den erfahrenen Betreuer Bernd Seifriz-Geiger eine typische Situation …