In Zeiten des abnehmenden Lichts
Im Frühherbst 1989 feiert die Ostberliner Familie Powileit den 90. Geburtstag des Patriarchen Wilhelm (Bruno Ganz), Ex-Widerstandskämpfer und heimgekehrter Exilant, unverbesserlicher Stalinist. Zu dem Fest, das seine Frau Charlotte (Hildegard Schmahl) ausrichtet, erscheinen Nachbarn, Bekannte und Honoratioren, bringen Blumen und halten Reden, als wäre die Welt da draussen in Ordnung. Nur einer fehlt: Sascha (Alexander Fehling), ihr Enkel. Was zunächst noch keiner ahnt: Sascha ist wenige Tage zuvor in den Westen abgehauen. Aus der Perspektive von Saschas Vater Kurt (Sylvester Groth), Historiker, Gulag-Überlebender, unglücklich verheiratet, erleben die Zuschauer die «Zeit des abnehmenden Lichts» (Matti Geschonneck, DE 2017) als Momentaufnahme eines persönlichen und politischen Umbruchs, der von jedem Beteiligten anders erfahren und anders verleugnet wird
