Der Staat gegen Mandela und andere
Im Sommer 1963 wurden auf einer Farm in Rivonia, einem Vororot von Johannesburg, mehrere Männer verhaftet. Sie gehörten zur oberen Führung des von Nelson Mandela geleiteten bewaffneten Flügels der südafrikanischen Befreiungsbewegung African National Congress (ANC). Mandela war bereits seit 1962 im Gefängnis inhaftiert. Als der Rivonia-Prozess eröffnet wurde, sass Mandela mit 15 weiteren Angeklagten auf der Anklagebank. Ihm und seinen Mitstreitern drohte die Todesstrafe. Einziges Zeugnis des Prozesses, von dem keine Fotos oder Filmaufnahmen erhalten sind, sind analoge Tonträgeraufzeichnungen, die damals mit Dictabelts gemacht wurden. Als der Journalist Nicolas Champeaux erfuhr, dass diese Aufzeichnungen vom französischen Rundfunk- und Fernseharchiv INA in Kooperation mit dem südafrikanischen Staat digitalisiert werden sollten, kam ihm die Idee, anhand dieses Materials den Rivonia-Prozess nachzuerzählen …
