Luxusgut Lebensraum

Der anhaltende Bauboom führt zu Flächenverbrauch, dabei ist die Ressource Boden begrenzt. Ausgleichsflächen, um den Verlust von Natur zu kompensieren, sind oft nur ökologisches Feigenblatt. Deutschlandweit werden täglich 62 Hektar Land bebaut; eine Fläche, so gross wie 88 Fussballfelder. Für Infrastrukturen wie Strassen, Flugplätze, Kläranlagen, Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete verschwinden ökologisch wertvolle Flächen unter Asphalt und Beton. In Österreich ist die Lage noch dramatischer. Nirgends in Europa wird prozentual gesehen so viel fruchtbares Land für die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung verbraucht. Werden Flächen verbaut, kommt es zum Verlust an fruchtbarem Boden, an Lebensraum für Pflanzen und Tiere – und damit zum Verlust von Artenvielfalt. Zusammenhängende Biotope werden zertrennt. Volksbegehren gegen den Flächenfrass in Bayern und in der Schweiz sind zwar aktuell gescheitert, doch haben sie das Bewusstsein geweckt für einen sensibleren Umgang mit ökologisch wertvollen Flächen. Könnte die Nutzung von Brachflächen den Flächenfrass stoppen?