Kadosh
Die jüdischen Frauen Rivka und Malka leben in der ultraorthodoxen Gemeinde von Jerusalem. Sie leiden unter den strengen religiösen Vorschriften und Gesetzen. «Kadosh» zeigt die Schattenseite des religiösen Fundamentalismus mit einem feinfühligen Blick für den Alltag.
Die jüdischen Schwestern Rivka und Malka wohnen in Mea Shearim, dem ultraorthodoxen Viertel von Jerusalem. Sie sind beide in einer schwierigen Lebenssituation. Rivka ist seit zehn Jahren mit Meir kinderlos verheiratet. Dieser Zustand ist für den Rabbi unhaltbar. Obwohl Rivka und Meir sich lieben, werden sie von der Gemeinde zur Trennung gezwungen. Resigniert fügt sich Rivka den strengen Vorschriften und verlässt das Haus. Auch ihre Schwester Malka leidet unter der Enge und Isoliertheit. Sie wird vom Rabbi gegen ihren Willen mit Yossef verheiratet. Anders als ihre Schwester reagiert Malka mit Rebellion.
Dem israelischen Regisseur Amos Gitaï ist dank hervorragender Darstellerinnen und Darsteller sowie der präzisen Kameraarbeit des Schweizers Renato Berta ein feinfühliger Blick auf das Alltagsleben einer religiösen Gemeinde gelungen. Gitaï zeigt ganz bewusst die Schattenseiten der orthodoxen Glaubensgemeinschaft: Intoleranz und patriarchale Unterdrückung sind die Folgen des Fundamentalismus, der das Leben der Menschen bestimmt. Das Familiendrama «Kadosh» vermittelt ein differenziertes Bild des orthodoxen Judentums und seiner inneren Widersprüchen.
Charles Martig, Filmbeauftragter des Katholischen Mediendienstes
charles.martig@kath.ch
Regie: Amos Gitaï
Israel, Frankreich 1999
