Teorema

Ein Telegramm bringt die Ordnung einer Mailänder Industriellenfamilie durcheinander. Ein Besucher kündigt sich an. In welchem Verhältnis der junge Mann (Terence Stamp) zur Familie steht, bleibt unklar. Doch der Charme und die aufrichtige Herzlichkeit des jungen Adonis nehmen die ganze Familie ein: Nacheinander verfallen ihm das Dienstmädchen, die Mutter, der Sohn, die Tochter und schliesslich auch der Patriarch der Familie. Dann folgt ein zweites Telegramm. Der unbekannte Gast muss die Familie verlassen. Die Zurückbleibenden versuchen jeweils auf ihre Weise mit der zerschlagenen Ordnung und ihrer Trauer umzugehen und flüchten sich in Sex, Kunst, Selbstkasteiung und Frömmigkeit. Pier Paolo Pasolinis Film (IT 1969) löste nach seiner Uraufführung im Herbst 1968 einen Skandal in Italien aus. Das zeitlose Thema Einsamkeit und seine beeindruckende, anspielungsreiche Formensprache machen «Teorema» heute zum Klassiker der italienischen Filmgeschichte