Väter
Dani Levy, für viele aus der Schweizer TV-Serie «Motel» in der Rolle des «Peperoni» gegenwärtig, ist längst ein arrivierter Filmregisseur. Mit «Väter» ist ihm jetzt, trotz fehlender Fördermittel, der interessanteste und reifste Spielfilm gelungen. Zum Gelingen hat neben den drei Hauptdarstellern auch Carsten Thiele mit seiner digitalen Videokamera beigetragen, indem er mit fahrigen Einstellungen intim und unmittelbar wirkende Bilder auf die Leinwand bringt.
«Väter» ist ein Film über das Problem verliebter und ehrgeiziger Menschen, ein Familienleben zu gestalten. Er schildert den Zerfall einer jungen Ehe, zeigt die Schwierigkeiten, mit dem Scheitern umzugehen, und das Spannungsfeld, in dem sich ein betroffenes Kind befindet. Im Mittelpunkt stehen Marco (Sebastian Blomberg), ein erfolgreicher Architekt, der gerade seine erste Projekt-Präsentation verschläft, seine Frau Melanie (Maria Schrader), die als Lehrerin tätig ist, und ihr sechsjähriger Sohn Benny (Ezra Lenz).
Nicht nur für Benny, sondern auch für sich selbst haben Marco und Melanie (die auch privat miteinander verheiratet sind) zu wenig Zeit. Missverständnisse, Verletzungen und Auseinandersetzungen sind vorprogrammiert. Und wenn Melanies Mutter einmal behauptet, nur Idioten glaubten, die Ehe mache glücklich, dann liefert der oft tragikomische Film genug Stoff zum Nachdenken über die Gründe für das Gelingen oder Scheitern junger Ehen.
Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien
«Väter», Deutschland 2002, Regie: Dani Levy, Besetzung: Sebastian Blomberg, Maria Schrader, Ezra Lenz, Verleih: Filmcooperative Zürich, Heinrichstr. 114, 8005 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 448 44 22, Fax: ++41 (0)1 448 44 28, E-Mail: info@filmcoopi.ch, Internet: http://www.filmcoopi.ch
Kinostart: 7. November 2002
