Essay. «Schlagt ihn tot, den Hund!» – Über Literaturkritik und den Umgang mit ihr
Die Gretchenfrage in der Kunst im Allgemeinen und der Literatur im Besondern lautet: Wer hat die Deutungshoheit? Der Autor, der Kritiker oder der Leser? Und wenn Kritik alles darf, darf Literatur dann auch alles? Angeblich war der junge Goethe 1774 so erbost über eine Kritik an seinem «Götz von Berlichingen», dass er ein Gedicht verfasste, in dem er den Tod des Rezensenten forderte: «Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent.» Darf der das?
