Le fils
Der Film «Le fils» der belgischen Brüder und Luc und Jean-Pierre Dardenne könnte auch «Le père» heissen, denn es ist ein Vater, der im Mittelpunkt steht und den Zuschauer durch ein sonderbares Verhalten in ein stark berührendes, menschliches Drama verwickelt. Dabei begleitet ihn eine ungewohnt körpernah geführte Handkamera. Sie blickt dem hörbar atmenden Oliver, der Lehrmeister in einer Schreinerlehrwerkstätte ist, über die spürbar verkrampfte Schulter und beobachtet die ihm anvertrauten vier Lehrlinge, die eine besondere Betreuung nötig haben. Da wird er unvermittelt mit einem Dilemma konfrontiert, das ihm Ruhe und Schlaf raubt. Er soll den aus dem Jugendstrafgefängnis entlassenen, verschlossen wirkenden Francis, der vor fünf Jahren seinen einzigen Sohn erwürgt hat, als Lehrling aufnehmen und sogar sein Vormund werden. Selten macht eine Geschichte so deutlich, dass «Vergebung» mehr fordert als ein frommes Gebet.
Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien
«Le fils», Belgien/Frankreich 2002, Regie: Luc und Jean-Pierre Dardenne, Besetzung: Olivier Gourmet, Morgan Marinne, Isabella Soupart, Verleih: Xenix Filmdistribution, Langstrasse 64, Postfach, 8026 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 296 50 40, Fax: ++41 (0)1 296 50 45, E-Mail: distribution@xenix.ch, Internet: http://www.xenixfilm.ch
Kinostart: 30. Januar 2003
Der Hauptdarsteller Oliver Gourmet hat am Internationalen Filmfestival in Cannes 2002 den Preis für den besten Schauspieler gewonnen.
Die Kritik zum Film des Monats kann als pdf-Datei aufgerufen werden:
