TEN
Die zehn (TEN) Episoden des fast dokumentarisch wirkenden Spielfilms von Regisseur Abbas Kiarostami erzählen keine in sich geschlossene Geschichte. Die Klammer bildet der Ort der Handlung, ein Auto, das zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten in Teheran unterwegs ist. Am Steuer – und damit im Blickfeld einer auf der Motorhaube montierten Kamera – sitzt eine junge, gut aussehende Frau, die sowohl die wechselnden Mitfahrerinnen als auch das Kinopublikum durch alle zehn Episoden führt. Eine zweite Kamera zeigt im Gegenschnitt die zunächst unbekannten Fahrgäste, deren Identitäten erst im Verlauf der Begegnungen erahnt werden. Es sind Frauen unterschiedlicher Herkunft, darunter ihre Schwester, eine Freundin sowie Zufallsbekanntschaften. Ihre ebenso intimen wie hintergründigen Dialoge handeln von ihrer momentanen Lebenssituation, von Religion, Liebe, Prostitution, Ehe, Scheidung und Erziehung.
Besonders eindrücklich sind die lebhaften Gespräche mit dem zehnjährigen Sohn in der ersten und letzten Episode. Dieser hat für seine Mutter nur Vorwürfe übrig, da sie sich wegen eines anderen Mannes von seinem Vater hat scheiden lassen. Die stringent einfache Inszenierung ist das Werk eines meisterhaften Filmemachers.
Hans Hodel, Filmbeauftragter Reformierte Medien
10 (TEN), Iran/Frankreich 2002, Regie: Abbas Kiarostami, Besetzung: Mania Akbari, Amin Maher, Verleih: Filmcooperative, Heinrichstr. 114, 8005 Zürich, Telefon: ++41 (0)1 448 44 22, Fax: ++41 (0)1 448 44 28, E-Mail: info@filmcoopi.ch, Internet: http://www.filmcoopi.ch, http://www.mk2.com/ten/home.html
Kinostart:
Zürich: seit 24. April
Basel: ab 8. Mai
Bern: ab 8. Mai oder später
