NZZ Format. Magisches Afrika – Geister, Hexen und Opferkult

Vom Westen belächelt, trotzt diese Sicht auf die Welt in vielen afrikanischen Ländern seit Jahrhunderten der Modernisierung und der Aufklärung – und ist tief in der Gesellschaft verankert. In Senegal, dem Land an der westafrikanischen Küste, sind die meisten Menschen überzeugt, dass Geister oder Hexen im Spiel sind, wenn ein Mensch an einer unbegreiflichen Krankheit leidet, eine berufliche Pechsträhne hat oder kein Glück in der Liebe. Die Lösung suchen sie nicht bei Psychiatern und Ärzten, sondern bei Geistheilern und Wahrsagern. Bei der Heilung spielt das Opferritual eine zentrale Rolle – und kann im Extremfall mörderische Ausmasse annehmen: Mitunter wird nämlich statt eines Eis oder einer Ziege der Arm eines Kindes oder der Fuss eines Albinos geopfert