My Life Without Me
Ann ist 23, hat zwei Töchter und einen Ehemann, der meistens arbeitslos ist. Die junge Frau verdient den Lebensunterhalt als Putzfrau und lebt mit ihrer Familie in einem gemütlich hergerichteten Wohnwagen in Vancouver. Sie ist zufrieden, hat nicht alles was sie will, aber dafür scheinbar unbegrenzt Zeit zur Verwirklichung ihrer Träume. Plötzlich tritt eine radikale Wende ein. Im Krankenhaus teilt ihr ein Arzt mit, dass sie an einer unheilbaren Krebserkrankung leidet. Ann beschliesst, niemandem etwas zu sagen und betrachtet ihr Leben von nun an unter dem Vorzeichen des Abschieds. Sie schreibt eine lange Liste von Dingen, die sie vorher noch erledigen will: Geburtstagsgrüsse für ihre Töchter auf Audiokassetten aufnehmen; das gestörte Verhältnis zur Mutter klären; den Vater im Gefängnis besuchen; eine Liebesaffäre beginnen und nicht zuletzt für den Ehemann ein neue Lebenspartnerin finden.
Isabel Coixets Film ist kein Melodrama einer Todkranken, sondern ein Film über eine Frau, die aus dem bewussten Zugehen auf den Tod neuen Lebensmut schöpft. Es ist ein Film über die letzten Fragen. Die besondere Atmosphäre entsteht aus einer Mischung von tragischen Momenten mit heiterer Unkompliziertheit. Die katalanische Regisseurin bringt dabei den Stil des „american independent“ mit den Elementen des spanischen Autorenfilmes zusammen. Pedro Almodóvars Firma „El Deseo“ hat „My Life Without Me“ produziert.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«My Life Without Me», Spanien/Kanada 2003, Regie: Isabel Coixet, Besetzung: Sarah Polley, Mark Ruffalo, Scott Speedman, Amanda Plummer, Verleih: Rialto Film, Internet: http://www.rialto.ch
