Vergesst mir meine Traudel nicht

«Vergesst mir meine Traudel nicht» steht auf dem Zettel, den die 18-jährige Traudel bei sich trägt, als sie in einer dunklen Mainacht aus einem Heim auf und davon läuft. Nun steht Traudel auf der Landstrasse, fast ein Kind noch, das viele Selbstverständlichkeiten des Lebens nicht kennt, andererseits aber unwahrscheinlich selbstsicher die unmöglichsten Dinge anstellt. «Vergesst mir meine Traudel nicht», eine der schönsten DEFA-Komödien, gehörte zu den Kinohits der 1950er-Jahre. Den Autoren Kurt Bartel, der sich selbst «KuBa» nannte, und Kurt Maetzig gelang es, einen Stoff mit historisch-tragischem Hintergrund komödiantisch umzusetzen, ohne die Helden zu brüskieren oder Vergangenes zu leugnen. In der damaligen Schauspielschülerin Eva-Maria Hagen fanden sie für die Darstellung der kratzbürstigen Traudel die ideale Besetzung. Sie begeisterte das Publikum mit ihrer Kessheit, ihrem umwerfenden Jargon und natürlich auch mit ihrem Sex-Appeal, der damals in DEFA-Filmen selten zu finden war