Katholische Welt. Joseph Bernhart
Der am 8. August 1881 im schwäbischen Klosterdorf Ursberg geborene und am 21. Februar 1969 im schwäbischen Türkheim verstorbene Joseph Bernhart zählt zu den grossen Theologen im 20. Jahrhundert. Bernhart quälten vor und nach seiner Priesterweihe im Jahr 1904 vor allem zwei Probleme: die für Priester seit dem 2. Laterankonzil 1139 unverändert geltende Verpflichtung zur Ehelosigkeit, zum Zölibat und die Verpflichtung aller Priester zu dem von Papst Pius X. seit 1910 vorgeschriebenen Antimodernisteneid. Der hoch talentierte Dr. theol. und Dr. phil. Joseph Bernhart verbaute sich eine sicher zu erwartende akademische Karriere, weil er nach nur dreijähriger Kaplanszeit, die er in seinem Buch mit dem Titel «Der Kaplan» (1909) amüsant und provokant zugleich beschreibt, 1908 mit Elisabeth Nieland in London eine standesamtliche Ehe einging. Wegen der Eheschliessung wurde Bernhart als Priester suspendiert und exkommuniziert. Trotz seiner Ächtung durch die kirchliche Hierarchie blieb die Kirche Bernharts Heimat bis ans Lebensende
