Glauben. Nach Hause in die Fremde

1984 wagte Barbara Honigmann einen «dreifachen Todessprung ohne Netz, vom Osten in den Westen, von Deutschland nach Frankreich und aus der Assimilation mitten in das Thora-Judentum hinein.» Bis dahin arbeitete sie als Regisseurin und Dramaturgin in Ostberlin, war aber unzufrieden mit der gesellschaftlichen und politischen Situation. Sie beschäftigte sich verstärkt mit ihrer jüdischen Herkunft und emigrierte nach Strassburg, wo es eine der grössten jüdischen Gemeinden Frankreichs gibt. Dort lebt sie heute ihren Glauben, der ihr Halt und Orientierung gibt – und setzt sich auch mit dem neuen Erstarken antisemitischer Vorurteile auseinander. In Romanen, Erzählungen und Essays umkreist sie ihre Familiengeschichte und das Leben einer deutsch-jüdischen Autorin in einem anderen Land und einer anderen Sprache