Forschung und Verbrechen

Als die Alliierten am 23. November 1944 Strassburg besetzen, kommt für die Reichsuniversität in Strassburg das Aus. In den Tagen zuvor sind die meisten Professoren geflohen. Nur einige sind geblieben, darunter Johannes Stein, Dekan der Medizinischen Fakultät und Grossvater der Filmautorin Kirsten Esch. Eröffnet wurde die Reichsuniversität genau drei Jahre zuvor, am 23. November 1941. Die Hochschule gilt als nationalsozialistisches Prestigeprojekt. Als geistiges Bollwerk des Deutschtums im besetzten Elsass soll sie die NS-Ideologie Richtung Westen verbreiten und sogar die Pariser Sorbonne in den Schatten stellen. In ihrem Film setzt sich die Autorin mit der Rolle ihres Grossvaters als Dekan der Medizinischen Fakultät auseinander. Was hat ihr Grossvater von den Verbrechen an seiner Fakultät gewusst? War er im nahegelegenen Konzentrationslager Natzweiler-Struthof, wo der Anatom August Hirt seine grausamen Menschenversuche durchführte?