Lerchen am Faden
Die tschechische Industriestadt Kladno in den 50er Jahren. Der Schrottplatz eines Hüttenkombinats dient dort als Umerziehungslager für «bourgeoise Elemente» und Feinde des Systems. In Zwangsarbeit müssen sie alles Metallische – vom Christus am Kreuz bis zur Schreibmaschine – zu Maschinen für den sozialistischen Aufbau umschmelzen. Von Zeit zu Zeit «verschwindet» einer von ihnen wegen ungemässen Verhaltens. Doch trotz dieser Bedrohung gelingt es ihnen durchaus, ihrer Lage tragikomische Aspekte abzugewinnen. Ganz in der Nähe befindet sich auch ein Lager für Frauen. Kontakt zu ihnen herzustellen ist den männlichen Insassen verboten. Doch der Aufseher Andel (Jaroslav Satoransky) drückt gelegentlich ein Auge zu, ist er doch selbst in eine Zigeunerin verliebt… Jiri Menzels «Lerchen am Faden» wurde 1968/69 während des Prager Frühlings gedreht und kurz darauf verboten. Erst 1990 feierte der Film seine internationale Premiere auf der Berlinale, wo er mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet wurde
