Lebenslinien. Wie ich 107 wurde
Die Augsburgerin Anna (Jahrgang 1911) bewältigt ihren Alltag ohne Hilfe: Kochen, waschen, putzen, auch die Haare dreht sie sich selber zu kleinen Zöpfchen. Ihre Mutter, eine einfache Magd, heiratet nicht Annis leiblichen Vater, sondern einen anderen Mann. Der überzieht das kleine Mädchen oft mit Schimpfworten und Willkür. So lernt Anni früh, dass Gehorsam für sie überlebenswichtig ist. Mit 13 Jahren fängt sie in einer Augsburger Weberei zu arbeiten an – ihren Lohn muss sie zu Hause abliefern. Trotzdem gibt sie die Suche nach Glück nicht auf. Aber eine von der Mutter arrangierte Ehe zerstört ihren Traum von der Schauspielerei: Denn ihr Mann ist weder zu Anna noch zur Tochter liebevoll und aufmerksam. Erst als sie mit 81 Jahren Witwe wird, kann sie beginnen, ihr Leben zu geniessen
