Feature. Die gute Panzerfaust wird böse (2/3)

Der Waffendeal dient dem Frieden und der Stabilität einer Region. So sahen es jedenfalls die gewählten deutschen Volksvertreter, als sie beschlossen, den Peschmerga im Nordirak Gewehre, Panzerfäuste und Fahrzeuge zu liefern. Offiziell gehen sie an eine verbündete Regierung: die der kurdischen Autonomieregion. Sie sollte damit die Terrororganisation des «Islamischen Staates» bekämpfen und die bedrohte Minderheit der Jesiden schützen. Nur drei Jahre später ist allerdings nichts mehr wie zuvor. Der IS ist weitgehend vertrieben und die Peschmerga drehen ihre deutschen Waffen inzwischen in ganz andere Richtungen: gegen Milizen der Jesidenminderheit und der Schiiten und womöglich bald auch gegen die irakische Armee. Denn anstelle des Kampfes gegen den Terror steht für die Kurdentruppen nun der Kampf um Unabhängigkeit. Nur ein Betriebsunfall oder ein Lehrstück über den Nutzen von Waffenlieferungen?

Teil 3, «Schattenwirtschaft», Mittwoch, 11. April, 22.03 Uhr