Hitlers Angst und Göhrings Lederhose: Flüsterwitze im Nationalsozialismus
Im Nationalsozialismus nannte man «Flüsterwitze», was mit vorgehaltener Hand, leise und auch nicht jedermann erzählt wurde. Denunzianten sassen überall. Bald nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich waren viele Witze über die «Piefke» und «Preussen» im Umlauf, über deren angebliche Gründlichkeit und arrogante Besserwisserei. Sie stellten jedoch nicht unmittelbar die NS-Diktatur in Frage. Die Themen der Witze sind aus heutiger Sicht Zeitreisen durch Regime und Kriegsjahre. Mit Kriegsbeginn wurden Flüsterwitze als «Wehrkraft zersetzend» geahndet, darauf konnte auch die Todesstrafe stehen, es wurde aber niemand dafür hingerichtet. Je schlechter die Kriegslage, je mehr sich der «Endsieg» als Illusion entpuppte, desto schärfer wurden jedoch die Sanktionen, desto häufiger wurde die Todesstrafe auch vollstreckt
