Erich Kästner – Das andere Ich
Mit «Emil und die Detektive» revolutionierte er 1929 die Kinderbuchliteratur, später prägte er mit seiner Sprache die Neue Sachlichkeit. Auch seine kriegskritische Lyrik stiess auf weltweites Echo. Bis heute entführt Erich Kästner Kinder und Jugendliche mit klarer Sprache und nüchternem Humor in die Welt der Literatur. 1933 aber musste Kästner in Berlin zusehen, wie seine Bücher verbrannt wurden. Er wanderte nicht aus, sondern veröffentlichte unter einem Pseudonym und im Ausland. 1941 schrieb er das Drehbuch für «Münchhausen». Später verhaftete ihn die Gestapo, liess ihn aber wieder frei. In der Nachkriegszeit war Kästner eine moralische Instanz. Doch er konnte an seine früheren Erfolge nicht mehr anknüpfen, verstrickte sich in Liebesaffären, verfiel dem Alkohol. Bis zu seinem Tod 1974 haderte er mit dem Entschluss, nicht ins Exil gegangen zu sein
