Glauben. Mit Gott gegen die Tristesse

Seine-Saint-Denis, so heisst ein kleines französisches Departement im Nordwesten von Paris. Eine Gegend, die bei Franzosen ein negatives Image hat: hohe Arbeitslosigkeit, geringe Schulbildung, Drogen, Schattenwirtschaft, Salafismus. Kaum jemand weiss, dass ausgerechnet in diesen zubetonierten Trabantensiedlungen, in denen um die 130 Nationalitäten zusammenleben, besonders viele und lebendige Glaubensgemeinschaften anzutreffen sind. Katholiken fühlen sich in den Banlieues zwar als Minderheit, aber das scheint sie geradewegs zu beflügeln. Sie organisieren Alphabetisierungskurse, Ausflüge, interreligiöse Jugendbegegnungen. Der Staat scheint die Problemviertel weitgehend aufgegeben zu haben, doch die Religionsgemeinschaften halten das Prinzip Hoffnung hoch