Hörspiel. «Der Tag, an dem es 449 Franz Klammers regnete» von Gion Mathias Cavelty (3/3)

Aus vollem Abfahrtslauf wird 1974 der österreichische Skirennfahrer Franz Klammer zurück ins Jahr 33 geschleudert. Direkt über Jerusalem stürzt er ab und landet genau auf einem gewissen Jesus Christus, der beim Aufprall wie ein Luftballon zerplatzt. Fortan ist der arme Klammer auf der Flucht. Zu ihm gesellt sich ein anderer Verstossener: der unaufhörlich quasselnde Kopf von Johannes dem Täufer. In der Wüste geraten die beiden auf Abwege, die sie immer weiter zurück in die Vergangenheit führen. Sie erleben römische Orgien, erfahren die Mysterien der Maya, lüften das Geheimnis von Atlantis und werden ins All gebeamt. Sie driften durch Paralleluniversen und trudeln durch Wurmlöcher, bis schliesslich der absolute Urpunkt erreicht ist, an dem noch nichts existiert: weder Zeit noch Raum noch Gott. Doch Franz Klammer gelingt es mirakulös, eine neue Menschheit zu erschaffen. So triumphiert die Figur des unverwüstlichen Schneesportlers am Ende über alle Geistes- und Ungeisteskonstrukte der Geschichte. Der stoische Held wünscht sich in sein geliebtes Kärntner Gailtal zurück und will nur eins: «Schifahren und sonst nix!»