Luzerner Religionspreis für jungen Dokumentarfilmer

(medientipp) Für seinen Dokumentarfilm über einen Tetraplegiker wird Jan Murer mit dem Luzerner Religionspreis für herausragende Maturaarbeiten im Fachbereich Religion und Ethik ausgezeichnet.

Dem 18-jährigen Jan Murer ist mit seinem Film «Ich träumte, ich kann fliegen» ein berührendes und hoffnungsvolles Porträt gelungen. Mit der Kamera begleitet der Schüler der Kantonsschule Alpenquai den Tetraplegiker Martin Doppmann, der seit einem Kletterunfall vor zehn Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist. Der 54-Jährige führt dank der Unterstützung der Spitex und der Hilfe seiner Freunde ein selbstständiges Leben, schreibt Bücher und tritt als Comedian auf. Mit Szenen aus Martin Doppmanns Alltag und anhand von Interviewsequenzen mit ihm und seinen Helfern zeichnet der junge Regisseur das eindrückliche Bild eines humorvollen Mannes, der den Lebensmut nicht verloren hat. Das 20-minütige Video «Ich träumte, ich kann fliegen» ist in voller Länge bei YouTube zu sehen. 

Provokation von Nachdenklichkeit
Das Filmprojekt, das Jan Murer im Fachbereich Religionskunde und Ethik als Maturaarbeit anfertigte, überzeugte die Jury des Religionspreises. Sie lobt in ihrer Mitteilung «die gelungene Umsetzung, die jene Nachdenklichkeit provoziert, die notwendig ist, um das Leben nicht nur in seiner Vitalität, sondern auch in seiner Zerbrechlichkeit bewusst werden zu lassen». Weiter hebt die Jury die kreative Auseinandersetzung des Filmemachers mit dem herrschenden normalisierenden Menschenbild und den damit einhergehenden gesellschaftlichen Ein- und Ausgrenzungen hervor. Die Jury bezeichnet den Film als kraftvolles Zeugnis von Lebensenergie, das sie Themen Solidarität und Selbstbestimmung jenseits von grauer Theorie sichtbar mache.

Preis für herausragende Schülerinnen und Schüler
Der Luzerner Religionspreis wird seit 2006 von der Theologischen Fakultät und dem Religionswissenschaftlichen Seminar der Universität Luzern an herausragende Maturaarbeiten aus der deutschsprachigen Schweiz vergeben. Die Auszeichnung ist dotiert mit 500 Franken. Mitglieder der Jury sind Professorin Monika Jacobs vom Religionspädagogischen Institut, der Theologieprofessor Robert Vorholt und die Religionswissenschaftlerin Anne Beutter. Informationsn zur Eingabe von Arbeiten für den Religionspreis 2017 werden auf der Homepage der Universiät Luzern veröffentlicht.


Weitere Hintergünde zum Film, zur Auszeichnung sowie ein Porträt des Filmemachers und seines Protagonisten gibt es im kath.ch-Artikel «Einen Tetraplegiker mit der Filmkamera begleitet – als Maturaarbeit»