Preis der Ökumenischen Jury für Flüchtlingsdoku
(medientipp) Am Ende der Internationalen Filmfestspiele Berlin zeichnete die Ökumenische Jury die Fluchtdoku «Fuocammare» sowie drei weitere Filme aus.
Der aufwühlende Dokumentarfilm «Fuocoammare» (Italien/Frankreich 2015), der auch von der Internationalen Jury unter dem Vorsitz von Meryl Streep mit dem Goldenen Bären gewürdigt wurde, verschränkt das Schicksal von Geflüchteten aus Afrika mit dem Leben einer italienischen Fischerfamilie auf der Insel Lampedusa. Mit poetischen Bildern verknüpft Regisseur Gianfranco Rosi, so die Kirchenjury in ihrer Begründung, die getrennten Welten über das Motiv des Meeres, das die einen nährt und die anderen tötet. Der neue Blick auf die Katastrophe und die Weigerung den Status Quo zu akzeptieren, überzeugte die Filmfachleute der kirchlichen Jury.
Mit dem Preis in der Sektion Forum würdigte das ökumenische Gremium zu gleichen Teilen die Fluchtdoku «Les sauteurs» (Dänemark 2016) und die erfrischende Liebesgeschichte «Barakah yoqabil Barakah» (Saudi-Arabien 2016). Im Dokumentarfilm «Les Sauteurs» hält ein junger Mann aus Mali seine Versuche, über die berüchtigten Zäune in Melilla nach Europa zu gelangen, mit der Kamera fest. Die charmante Komödie «Barakah yoqabil Barakah» reflektiert, so die Jury, den Wert der Selbstverwirklichung und der Freiheit in der saudi-arabischen Gesellschaft. In der Sektion Panorama ehrte die Jury den Spielfilm «Les Premiers, les Derniers» (Belgien/Frankreich 2016). Der apokalyptische Neo-Western, der von der Flucht zweier liebender Aussenseiter vor Auftragskillern handelt, ist der Jury zufolge ein eindringliches Plädoyer für Mitmenschlichkeit.
Die sechsköpfige Ökumenische Jury wurde von den protestantischen und katholischen Filmorganisationen Interfilm und Signis berufen. Unter der der Präsidentschaft der deutschen Fotografin Marisa Winter waren die französische Filmprofessorin Aurore Renault, der us-amerikanische Pfarrer und Dramatiker Micah Bucey, der australische Filmkritiker Callum Ryan, der deutsche Journalist Hans-Joachim Neubauer sowie der französische Ökonom Jacques Vercueil mit von der Partie.
