La buena vida

Jairo Fuentes lebt in den Wäldern Kolumbiens in einem Dorf namens Tamaquito. Seit Jahren kämpft der clevere junge Mann als Sprachrohr seiner Wayúu-Gemeinschaft gegen die Kohlemine El Cerrejón. Deren Abbaugebiet wird aufgrund der steigenden Nachfrage aus Europa immer grösser und bedroht die Existenz der indigenen Bevölkerung. Deshalb sollen die Bewohner unter Anleitung des grössten nationalen Kohlekonzerns umgesiedelt werden. Ihre Hütten werden durch Ziegelhäuser ersetzt, der Brunnen weicht dem modernen Wasseranschluss. Ob die Wayúu, die bisher im Einklang mit der Natur lebten, dies überhaupt wollen, steht nicht zur Diskussion. Als sich die neue, aufgezwungene Heimat als unbewohnbar herausstellt, weil das Wasser versiegt und der Boden unfruchtbar ist, will Jairo vor den an der Mine beteiligten Rohstoffunternehmen sprechen.

Der Dokumentarfilmer Jens Schanze begleitet den Prozess der zähen Verhandlungen zwischen dem «gallischen Dorf» und den übermächtigen Energiemultis. Dabei entlarvt er deren Überzeugungsmethoden in einzelnen Kapiteln, die immer wieder durch Radiomeldungen von Guerilla-Übergriffen auf Kohlewaggons unterbrochen werden. Die grössten Anteile an der Mine besitzt der von der Schweiz aus operierende Rohstoffhandelsgigant Glencore, der aufgrund seiner skrupellosen Abbaupolitik schon öfters für Negativschlagzeilen sorgte. Die Kehrseite der westlichen Energiepolitik wird uns nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell schmerzhaft vor Augen geführt.

Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch

«La buena vida», Deutschland/Schweiz 2015, Regie: Jens Schanze; mit: Jairo Dionisio Fuentes Epiayu, Henrys Ureche Epiayu, Ingris Yohana Ureche Epiayu, Verleih: Cineworx, http://www.cineworx.ch; Filmwebsite: http://www.dasguteleben-film.de

Kinostart: 21. Januar 2016

«La buena vida» ist unser Film des Monats Dezember und als pdf abrufbar. Film-des-Monats-Archiv