The Wolfpack
Sechs Brüder leben 14 Jahre lang von der Aussenwelt abgeschottet in einer New Yorker Wohnung. Dies zusammen mit ihrer geistig behinderten Schwester und ihren Eltern, die glauben, ihre Kinder so vor Gefahren beschützen zu können. Die Althippies bekommen in ihren Jugendjahren einen Schusswechsel in der Bronx mit, eine prägende Negativerfahrung. Die Kinder werden zuhause unterrichtet und schaffen sich durch Filme ihren eigenen Zugang zu einer Welt, die ihnen verwehrt bleibt. Sie sind enorm kreativ und basteln sich Requisiten und Kostüme aus Haushaltsgegenständen. Doch irgendwann reicht ihnen das nicht mehr und der erste von ihnen verlässt ohne Erlaubnis die Wohnung. Eine Entwicklung, die die Eltern nicht aufhalten können, nimmt ihren Lauf.
Filmemacherin Crystal Moselle traf vor einigen Jahren sechs langhaarige Jungs auf der Strasse, die mit ihren Sonnenbrillen und Anzügen aussahen wie die Charaktere aus Tarantinos «Reservoir Dogs». Sie sprach sie an und die Brüder erzählten ihr ihre Geschichte. So entstand dieser Dokumentarfilm. Über die Beweggründe der Eltern kann man richten oder nicht. Moselle entschied sich dazu, nicht zu urteilen. Beide kommen zu Wort, wobei die Mutter um einiges zugänglicher erscheint als der Vater. Eine Coming of Age-Story der etwas anderen Art. Ein Blick in einen Mikrokosmos, der erschüttert, aber trotzdem so voller Leben und Hunger darauf ist und gleichzeitig eine der ehrlichsten Liebeserklärungen an das Medium Film.
Sarah Stutte, Filmjournalistin
sarah.stutte@medientipp.ch
«The Wolfpack», USA 2015, Regie: Crystal Moselle, Besetzung: Mukunda Angulo, Narayana Angulo, Govinda Angulo; Verleih: Xenix Filmdistribution,http://www.xenixfilm.ch; Filmwebsite: http://www.thewolfpackfilm.com
Kinostart: 8. Oktober 2015
