Ökumenische Preise in Yerewan
(medientipp) Am 19. Juli ging das «Golden Apricot International Film Festival» in der armenischen Hauptstadt zu Ende. Mit dabei war auch die dreiköpfige Ökumenische Jury.
Seit 2007 ist die Ökumenische Jury in Yerewan vertreten, um Filme auszuzeichnen, die durch ihre künstlerische Qualität überzeugen und das Publikum für spirituelle, soziale und ethische Werte sensibilisieren. Drei Jurymitglieder hatten dieses Jahr die Qual der Wahl: Der evangelische Theologe Joachim Gollin aus Deutschland repräsentierte in der Jury die Internationale Kirchliche Filmorganisation Interfilm und sein französischer Kollege, der Regisseur Jean-Jacques Cunnac, vertrat den Katholischen Weltverband für Kommunikation Signis. Für die Armenische Apostolische Kirche amtierte Vater Ruben Zargaryan als Jurymitglied.
Die Wahl der drei Filmexperten fiel auf die armenisch-französisch-russische Koproduktion «Moscovich, my Love» (2014), die mit dem Hauptpreis der Ökumenischen Jury in der Wettbewerbssektion «Armenisches Panorama» ausgezeichnet wurde. Der Film des armenischen Regisseurs Aram Shahbazyan handelt von Hamo, einem Bauern, der in einem abgelegenen Dorf in den armenischen Bergen lebt. Seit eh und je träumt er davon, einen Wagen des sowjetischen Autobauers Moskowitsch zu kaufen. Dabei reicht das Geld, das sein Sohn aus Russland schickt, gerade so zum Überleben. Die Jury schreibt in ihrer Begründung: «Der tragikomische Film erzählt mit Einfühlung und Humor die Geschichte eines Mannes, der beim Zerbrechen seines Lebenstraums entdeckt, wie geliebt er ist und wie sehr er liebt, und so zu einem neuen Anfang findet.»
Über die Lobende Erwähnung im Wettbewerb «Across Borders» durfte sich der türkische Regisseur Kaan Müjdeci freuen. Sein Spielfilm «Sivas» (2014) erzählt von einem elfjährigen Jungen, der einen verwundeten Kampfhund gesundpflegt und ihn anschliessend benutzt, um seine Klassenkameraden zu beeindrucken. Die türkisch-deutsche Koproduktion hinterfrage, so die Jury, das Hineinwachsen eines Jungen in die von Gewalt geprägte Welt der Erwachsenen und thematisiere die Notwendigkeit eines Wandels hin zu Liebe und Solidarität mit allen Kreaturen.
