Exodus: Gods and Kings
Ridley Scott ist ein Meister der Inszenierung antiker Geschichten. Wie schon in «Gladiator» interessiert ihn vor allem die Heldengeschichte. Moses und Ramses werden als Generäle eingeführt, die erfolgreich die Hethiter schlagen. Doch bereits in der Eröffnung ist die Ungleichheit der ‹Brüder› angedeutet, die sich in einen epischen Konkurrenzkampf ausweitet. Monumental inszeniert Scott das Reich der ägyptischen Pharaonen, die Ausbeutung der hebräischen Sklaven und den Widerstandskampf.
Die Referenzen auf klassische Monumentalfilme sind zahlreich. Doch gibt es gegenüber Cecil B. DeMilles «Die Zehn Gebote» aus dem Jahre 1956 auch deutlich erkennbare Neuerungen. Christian Bale als Moses ist nicht einfach ein Werkzeug Gottes. Er hadert, hat seine eigenen Überzeugungen und glaubt vor allem an seine eigenen Stärken. Vielfach versteht er Gott einfach nicht. In diesem Sinne ist die Moses-Figur von Ridley Scott sehr modern: sie ist skeptisch mit einem guten Schuss gesunden Menschenverstands.
Ridley Scott hat die Moses-Geschichte gemeistert, weil er seine eigene Handschrift besitzt. Insgesamt kommt Christian Bale nicht an die schauspielerische Leistung von Charlton Heston heran. Und die Bösartigkeit von Yul Brinner als Pharao in «Die Zehn Gebote» bleibt unübertroffen. «Exodus: Gods and Kings» ist eine 3D-Version für junge Erwachsene und alle, die sich erneut mit dem Exodus-Stoff auseinandersetzen wollen.
Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch
«Exodus: Gods and Kings», USA 2014, Regie: Ridley Scott, Besetzung: Christian Bale, Sigourney Weaver, Ben Kingsley ; Verleih: Warner Bros. Pictures, Twentieth Century Fox, Filmwebsite: http://www.exodusmovie.ch/
Kinostart: 25. Dezember 2014
