Essay. Ende der Autonomie?
Innerhalb weniger Jahre hat ein erstaunlicher Wandel hinsichtlich der gesellschaftlichen Rolle von Kunst eingesetzt. Vom Künstlertyp, der als Dienstleister für die Reichen und Mächtigen deren Bedürfnisse nach Luxus, Unterhaltung und Zerstreuung organisiert, wurde ein Auftrags- und Repräsentationskünstlert. Dabei verschwinden die Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst. Die Künstler verstehen sich als Unternehmer und Medienstars, nicht mehr als unverstandene Aussenseiter. Nähern wir uns wieder jenen Standards an, die für die aristokratisch geprägte Welt des 16. und 17. Jahrhunderts prägend waren? War die Moderne nur eine historische Ausnahmesituation?
