«Timbuktu» gewinnt Preis der Ökumenischen Jury

(medientipp) Am Filmfestival in Cannes hat die ökumenische Jury den mauretanischen Filmemacher Abderrahmane Sissako ausgezeichnet. «Timbuktu» klagt nuanciert ein extremistisches Verständnis von Religion an.

Eine Gruppe Dschihadisten übernimmt die Oasenstadt Timbuktu im westafrikanischen Staat Mali. Die Kämpfer sind bewaffnet und schüchtern die muslimische Bevölkerung ein. Diese lebt bereits nach den Regeln des Korans und wehrt sich mehr oder weniger gewaltfrei gegen die unerwünschte Gewaltübernahme. Die ökumenische Jury betont den «Achtung gebietenden Widerstand» der Männer und Frauen, «die versuchen, ihre Kultur und ihre Traditionen zu bewahren». Der Film sei eine ebenso klare wie nuancierte Anklage eines extremistischen Verständnisses der Religion, begründet die Jury. Sie würdigt ferner «die hohe künstlerische Qualität des Films, seinen Humor und seine Zurückhaltung. Während er Intoleranz kritisiert, macht er gleichzeitig auf die jeder Person eigene Menschlichkeit aufmerksam.»

Die von Interfilm und Signis berufene Jury vergab zwei lobende Erwähnungen an Filme aus der Sektion Un certain Regard. Das dokumentarische Meisterwerk «The Salt of the Earth» («Le sel de la terre») über den Fotografen Sebastião Salgado sei ein bewegendes Zeugnis unserer Zeit und eine Reflektion über die globale Condition humaine, die die Möglichkeit der Hoffnung für die Menschheit festhalte. In «Beautiful Youth» («Hermosa juventud») schliesslich versuche ein junges spanisches Ehepaar mit einem Baby die aktuelle Krise zu überstehen. «Dieser Spielfilm zeigt uns in dokumentarischem Stil Männer und Frauen, die unter Bedingungen handeln müssen, die ihre persönliche Würde untergraben.»

http://cannes.juryoecumenique.org/?lang=fr


40 Jahre Ökumenische Jury in Cannes (Medientipp, 13. Mai 2014)