Divergent – Die Bestimmung
Nach «The Hunger Games» wurde mit «Divergent» die nächste Romantrilogie verfilmt, die ein dystopisches Szenario abbildet: Die Welt ist durch einen Krieg zerstört – die noch lebenden Menschen sind in fünf Gruppen unterteilt, wovon jede für eine Tugend verantwortlich ist: Da gibt es die wahrheitsliebenden Candors, die friedlichen Amites, die furchtlosen Ferox, die Altruans, die wegen ihrer Selbstlosigkeit auch die Regierung bilden, sowie die gelehrten Kens, die heimlich die Machtübernahme planen. Als Beatrice sich wie alle 16-Jährigen einem Test unterzieht, der ihr eine Gruppe zuweisen soll, fallen die Ergebnisse nicht eindeutig aus. Das muss sie geheim halten, denn Unbestimmte sind unerwünscht und werden verfolgt. Sie schliesst sich deshalb den Ferox an.
Die Reflexion über eine solche Gesellschaft könnte interessant sein, doch bleibt sie zumindest im ersten Teil aus. Im Zentrum steht vielmehr der militärisch-sadistische Drill bei den Ferox, und da ist ziemlich viel Pathos mit im Spiel. In halsbrecherischem Tempo wird man durch die durchaus unterhaltsame und spannende Story gejagt. Die Motivationen der Figuren bleiben aber oft auf der Strecke; Action reiht sich an Action, und die entsprechenden Stimmungen werden ununterbrochen musikalisch untermalt. So bleibt kaum Raum für Zwischentöne, und die Figuren bleiben in absehbarem Raster von Gut und Böse.
Andrea Lüthi, Kulturjournalistin
andrea.luethi@medientipp.ch
«Divergent – Die Bestimmung», USA 2014, Regie: Neil Burger, Besetzung: Shailene Woodley, Kate Winslet, Theo James; Verleih: Ascot Elite, Internet: http://www.ascot-elite.ch, Filmwebsite: http://divergentthemovie.com
Kinostart: 10. April 2014
