Jobs

Für eine moderne Heiligenvita braucht es heute die Pioniere aus dem Silicon Valley. Hier drängt sich Steve Jobs mit seinem revolutionären Design- und Technikkonzept der Apple-Produkte auf. Das Biopic konzentriert sich auf die Lebensphase der wilden 1970er-Jahre bis zur Etablierung des Unternehmens mit dem Börsengang in den 1990ern. Reizvoll ist der Blick in die Garage, in der Jobs mit seinem Freund Steve Wozniak die ersten Computer zusammenbaut. Bald kommen weitere Weggefährten dazu: Tüftler, Rocker und Risikokapitalisten finden sich hier zu einem verschworenen Haufen, der die Welt verändern wird.

Jobs will immer das Neue, das Sich-Selbst-Übertreffende, die Verschmelzung von Mensch und Technik. Hierin bleibt er unübertroffen. Das Porträt bleibt jedoch nicht bei der Verehrung für den Design-Evangelisten stehen. Vielmehr zeigt es auch in kurzen Episoden, was der Weg zum wertvollsten Unternehmen der Welt für den Begründer persönlich bedeutete: die Trennung von seiner Freundin, die Verleugnung seines Kindes, den Verlust von Freunden, den Bruch mit dem Verwaltungsrat. Ashton Kutcher verkörpert Steve Jobs mit seinen Licht- und Schattenseiten glaubwürdig. Hervorstechend ist auch der Hang zur Misanthropie. Wenn Mitarbeiter ihn als «Arschloch» bezeichnen, meinen sie wohl seinen eklatanten Mangel an Empathie. Der Film ist also nicht nur eine Heiligenvita, sondern auch ein ehrlicher Blick auf einen kompromisslosen Visionär.

Charles Martig, Filmbeauftragter Katholischer Mediendienst
charles.martig@kath.ch

«Jobs», USA 2013, Regie: Joshua Michael Stern, Besetzung: Asthon Kutcher, Dermot Mulroney, James Woods; Verleih: Ascot Elite Home Entertainment Group, http://www.ascot-elite.ch

Kinostart: 19. September 2013