The Lone Ranger

Es war der Fortschritt, der den Westen wild machte. So zumindest erzählt es der Disney-Sommerfilm über zwei unfreiwillige Helden. Wild wird’s, weil ein profitgieriger Eisenbahner Schienen durch Komantschengebiet verlegen lässt und ein ganz Böser hinter ganz viel Silber her ist. Da haben die Guten, nämlich die Texas Ranger, das Nachsehen und geraten in der ersten halben Stunde in einen tödlichen Hinterhalt. Also müssen der etwas verrückte Indianer Tonto und der etwas naive Jurist John auf die Pferde und die Welt oder wenigstens den Westen retten. John, der eigentlich Waffen ablehnt und an die Kraft von Gesetz und Verfassung glaubt, wird dabei nur widerwillig zum Lone Ranger.

Getragen wird der Film von Johnny Depp, der seinen Tonto wie einen indianischen Cousin von Captain Sparrow durch die Rocky Mountains tölpeln lässt. Regie führt schliesslich Gore Verbinski, der die «Pirates of the Caribbean» belebte. Das ist unterhaltsam und lenkt von der unnötigen Brutalität einiger Szenen ab. Schade jedoch, dass in dem ganzen Spektakel, sei es Slapstick, Splatter oder Westernfeeling, die Seitenhiebe auf die unselige Verquickung von Fortschritt und Gier unterzugehen drohen. So bleibt viel Lärm in Erinnerung, und man fragt sich enttäuscht um was noch einmal ging es? Wer sich freilich nach Westernbildern sehnt und eine Verfolgungsjagd zweier Züge sehen möchte, in der sämtliche Actionregister gezogen werden, ist hier gut unterhalten.

Christine Stark, ehemalige reformierte Filmbeauftragte

«The Lone Ranger», USA 2013, Regie: Gore Verbinski, Besetzung: Johnny Depp, Armie Hammer, Helena Bonham-Carter, Tom Wilkinson, Verleih: Walt Disney Schweiz, http://de.disney.ch/lone-ranger/

Kinostart: 8. August 2013